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Schärfentiefe bei 50mm und unendlich Depth of field

 

Ein Minolta MD 1,4/50mm Objektiv (ein sogenanntes „Normalobjektiv“): Die Entfernungsskala steht auf unendlich

und als Blende ist die f/8 gewählt. ​

Der Bereich, der bei diesen Einstellungen scharf abgebildet wird, lässt sich direkt am Objektivgehäuse ablesen.

Schaut dafür einfach auf die Striche und Markierungen unterhalb der ft- und m-Skala – siehe die beiden gelben Pfeile! Richtig!

Der Schärfentiefenbereich reicht bei dieser Blende von circa 10 Metern bis hin zu unendlich (auf der Skala sogar darüber hinaus) – siehe die beiden weißen Pfeile! ​ Wenn ihr nun auf Blende f/16 abblendet, erweitert sich dieser Schärfentiefenbereich nochmals deutlich: Er reicht dann von 5 Metern bis unendlich. Auch das könnt ihr jetzt ganz einfach selbst auf dem Objektiv nachsehen!

Schärfentiefe bei 50mm und 3m am Beispiel eines Minolta MD 1.4 50mm - Depth of field

 

Das gleiche Minolta MD-Objektiv, doch dieses Mal steht die Entfernungsskala auf 3 Meter – die Blende bleibt unverändert auf f/8 eingestellt. ​ Wie ihr sehr schön sehen könnt, reicht der Schärfentiefenbereich nun nur noch von circa 2,5 Metern bis etwa 4 Meter! ​ Selbst wenn ihr weiter auf f/16 abblendet, wird das Motiv im Bild lediglich von knapp 2 Metern bis kurz vor 10 Meter scharf abgebildet. Unendlich erreicht der scharfe Bereich in diesem Fall bei Weitem nicht mehr.

Tipp: Für euer Smartphone gibt es eine ganze Reihe von Apps, die die Schärfentiefe für die unterschiedlichsten Brennweiten und Entfernungseinstellungen automatisch berechnen.

 

Tipp: Als Faustregel gilt: Weitwinkelobjektiv liefern bei gleichem Abstand Kamera zum Motiv eine höhere (größere) Schärfentiefe als Normal- oder Teleobjektive.

Normalobjektiv - warum wird ein 50mm für 35mm-Film oder Vollformatsensoren so genannt?

Die Bezeichnung „Normalobjektiv“ für eine Brennweite von rund 50 mm im Kleinbildformat (KB) hat zwei Hauptgründe: einen optisch-biologischen und einen rein mathematischen.

Hier ist die einfache Erklärung, warum dieses Objektiv der Standard für das Kleinbildsystem ist:

1. Der optische Grund: Der natürliche Seheindruck

Wenn du durch den Sucher einer Kamera mit einem 50mm-Objektiv blickst (und das andere Auge offen lässt), wirst du feststellen, dass die Größenverhältnisse und die Perspektive der Objekte fast exakt so wirken wie mit deinem bloßen Auge.

  • Keine Verzerrung: Ein Weitwinkelobjektiv rückt Dinge optisch in die Ferne und lässt Vordergründe riesig wirken. Ein Teleobjektiv dagegen staucht den Raum zusammen und holt den Hintergrund nah heran.

  • Der „normale“ Blick: Das 50mm-Objektiv verhält sich neutral. Es bildet die Perspektive, die räumliche Tiefe und die Größenbeziehungen zwischen Vorder- und Hintergrund genau so ab, wie wir es als Menschen gewohnt sind. Daher rührt der Begriff „normal“.

2. Der mathematische Grund: Die Sensordiagonale

In der Fototechnik gibt es eine feste physikalische Regel, um die Normalbrennweite eines Kamerasystems zu bestimmen:

Die Normalbrennweite entspricht mathematisch der Diagonale des Aufnahmeformats (Sensor oder Filmnegativ).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die exakte mathematische Normalbrennweite für das Kleinbildformat liegt also eigentlich bei knapp 43 mm (weshalb es auch einige berühmte Objektive mit 40 mm oder 43 mm Brennweite gibt).

Warum haben sich dann 50 mm durchgesetzt?

Als Oskar Barnack in den 1920er Jahren die Ur-Leica für das 35mm-Filmformat konstruierte, griff er auf ein 50mm-Objektiv (das legendäre Leitz Elmar) zurück. Zum einen waren 50mm-Linsen damals optisch einfacher und in höherer Abbildungsqualität zu berechnen als exakte 43mm-Gläser. Zum anderen gleicht der etwas engere Bildausschnitt der 50mm-Linse den Schärfeabfall an den extremen Rändern des Negativs perfekt aus.

Da die Leica das Kleinbildformat überhaupt erst berühmt gemacht hat, wurden die 50 mm historisch zum unangefochtenen Standard für das „Normalobjektiv“ deklariert.

Berechnung der Normalbrennweite beim klassisichen Kleinbildformat
Calculating the standard focal length for the classic 35mm film format
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